„Hefeblaatz“ – Apfelblechkuchen

In meiner Kindheit gab es ein untrügliches Zeichen dafür, dass es Herbst war: Mittagessen bestehend aus „Kürbissubbe“ und „Hefeblaaatz“. Diese Kombi aus dem Besten, was der Herbst zu bieten hat, gab es natürlich in 2 Gängen und nicht miteinander kombiniert. Die Kürbissuppe machte meine Mutter damals nach klassischem Rezept mit Hokkaido-Kürbis, Kartoffeln und Möhren. Und der in unserem Dialekt „Hefeblaatz“ genannte Blechkuchen besteht aus Hefeteig belegt mit Zwetschgen oder Äpfeln und oftmals bedeckt mit Butterstreuseln. Ach, Dialekt ist schon was Schönes! Wenn ich von Hefekuchen oder Zwetschgendatschi spreche läuft mir lange nicht so das Wasser im Mund zusammen wie bei dem Wort „Hefeblaaatz“ … da werden Erinnerungen wach! 🙂

Vom Zeitablauf her passen die beiden Gerichte gut zusammen. Während der Hefeteig geht, kann man das Gemüse für die Suppe schnippeln und anbraten. Wenn die Suppe dann kocht, bleibt Zeit um den Hefeteig aufs Blech zu geben und zu belegen. Und während man dann die fertige Suppe genießt, backt der Hefekuchen im Ofen. Frisch gebacken, noch warm, kommt er dann als 2. Gang auf den Tisch.

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Hier habe ich nun das Rezept für den „Hefeblaaatz“ in der schnellen, fruchtigen Variante. Er ist ohne Streusel und damit ein bisschen weniger gehaltvoll. Wenn du sehr reife, saftige Früchte hast, lässt sich der Fruchtsaft gut durch eine dünne Schicht gemahlene Nüsse oder Semmelbrösel auf dem Teig aufsaugen. Dadurch weicht der Hefeteig nicht durch und bekommt einen schönen Boden.

Zutaten für ein kleines/halbes Blech:
175 g Mehl
Prise Salz
25 g Zucker
70 ml Milch, lauwarm
15 g Hefe
1 Ei
25 g weiche Butter
Zimt und Zucker
6 Äpfel (je nach Größe) oder auch Birnen, Zwetschgen, …
etwas Zitronensaft
evtl. gemahlene Haselnüsse, in der Pfanne geröstet

Die Hefe und den Zucker in der lauwarmen Milch auflösen; mit dem Mehl, der Prise Salz, dem Ei und der Butter mit den Knethaken zu einem Teig verrühren; den Teig an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen;

Die Äpfel schälen und in Schnitze schneiden; mit etwas Zitronensaft beträufeln und mit ordentlich Zimt und Zucker bestreuen;

Den Teig am besten mit den Händen aufs mit Backpapier belegte Blech streichen und nochmals 15 Minuten gehen lassen; dann eventuell dünn mit gemahlenen Nüssen bestreuen und dick mit den Früchten belegen; bei 180 Grad ungefähr 35 Minuten backen

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