Focaccia mit Frühlingskräutern

Zutaten für ein Focaccia mit Frühlingskräutern:

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Zum Focaccia passt perfekt ein Salat mit Bärlauchblüten.

Die Kräuter waschen, durchsehen und in Streifen schneiden; die anderen Zutaten zu einem weichen Teig mit den Knethaken verkneten, dann die Kräuter unterheben; zugedeckt an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen; den Ofen auf 190 Grad vorheizen; dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben, ungefähr zu einem Rechteck formen und etwa 30 Minuten backen

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Oben auf dem Teig habe ich vor dem Backen noch ein paar Bärlauchknospen verteilt.

Bärlauch / Bärlauchkapern

Mit Bärlauch habe ich ja schon einige Rezepte hier gebloggt. Das Bärlauch-Pesto und die grünen Pfannkuchen habe ich mit den ersten Blättern im März zubereitet, nun trägt der Bärlauch Knospen und an wärmeren Standorten schon Blüten. Der Bärlauch (Allium ursinum) kann das ganze Frühjahr über geerntet werden. Anders als ich es ab und an höre wird er nicht giftig, sobald er blüht. Ihm wird eine reinigende und stärkende Wirkung auf den Körper nachgesagt.

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… so schön blüht der Bärlauch je nach Standort ab Ende April …

Das stärkste Aroma nach würzigem Knoblauch hat er roh verarbeitet, gekocht wird der Geschmack deutlich milder. Dieses Aroma ist übrigens auch das beste Merkmal beim Sammeln, um ihn nicht mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen zu verwechseln. Der Bärlauch mag schattige, eher feuchte Plätze. Wenn er sich wohl fühlt, breitet er sich gern zu ganzen Teppichen aus. Die Pflanze Trocknen wie andere Wildkräuter klappt leider nicht, aber es gibt andere Wege, ihn haltbar zu machen. So kann man die Knospen einlegen wie Kapern.

Zutaten für 2 Gläschen (125ml):

  • 2 Hände voll Bärlauchknospen
  • 140ml Kräuteressig
  • 20g Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • 12 schwarze Pfefferkörner

Die Gläser heiß ausspülen; mit Bärlauchknospen randvoll machen, ein paar Pfefferkörner daraufgeben; Essig mit Zucker und Salz aufkochen lassen und durchrühren; heiß die Gläser mit diesem Sud auffüllen und sofort verschließen; 2 Wochen stehen lassen und dann zum Vesper oder im Salat genießen …

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Der Bärlauch trägt nach der Blüte Samen, die wie grüner Pfeffer verwendet und ebenfalls eingelegt werden können. Weitere Infos zum Bärlauch gibt es zum Beispiel hier.

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Anfang Juni trägt der Bärlauch grüne Samen, die ein sehr intensives Knoblaucharoma haben.

Auch lecker mit Bärlauch:

Brennnessel / Kräuter-Blätterteig-Taschen

Die meiner Meinung nach zu Unrecht als „Unkraut“ verschriene Brennnessel (lat. Urtica dioica) lässt sich in vielen Gerichten wunderbar einsetzen. Wer vor den brennenden Härchen zurückscheut, zieht einfach ein paar Gartenhandschuhe beim Pflücken an. Im Internet findet man auch Techniken für schmerzfreies Ernten, aber hundertprozentig funktioniert das zumindest bei mir alles nicht. Durch das Waschen verschwinden die Brennhaare dann.

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Sowohl die Große Brennnessel als auch die Kleine Brennnessel haben vor allem entwässernde Wirkung und helfen bei Erkrankungen der Harnwege wie zum Beispiel Blasenentzündung gut. Auch blutreinigend sollen sie sein und gegen Gicht und Rheuma helfen. Ich mag vor allem den Tee aus getrockneten Brennnesselspitzen und trinke ihn auch ohne Beschwerden gerne! Ich zerkleinere die frischen Spitzen nicht vor dem Trocknen, aber wenn dir das zu unhandlich ist, kannst du sie auch in feine Streifen schneiden. Alternativ können die getrockneten Blätter vor dem Abfüllen zerbröselt werden.

Übrigens, die weiße und die purpurrote Taubnessel sowie die Goldnessel sind genauso essbar wie die Brennnesseln. Ihre Blüten schmecken süßlich und passen deshalb auch toll zu Süßspeisen. Ein Tee daraus ist nicht zuletzt wegen dieser Süße eine feine Sache. Anders als die Brennnesseln haben sie keine Brennhaare.

Ansonsten kann die Brennnessel wie frischer Blattspinat oder Mangold verwendet werden. So habe ich zum Beispiel in diesem Rezept für Blätterteigtaschen den Blattspinat durch Brennnesselspitzen ersetzt. Ich ernte immer nur den oberen Teil der Brennnessel und nehme mir auch bei dieser weit verbreiteten Pflanze an einer Stelle maximal ein Drittel weg. Die Blätter können im Frühjahr und Sommer gesammelt werden. Etwa ab September tragen die Brennnesseln Samen, die man ebenfalls essen kann.

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Zutaten für 8 Blätterteigtaschen:

  • 1 Rolle Blätterteig
  • 100g Brennnesselspitzen
  • 30g Bärlauchblätter
  • 1 Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 100g Feta
  • 5-6 getrocknete Tomaten in Öl
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer
  • Schwarzkümmelsamen oder Sesam zum Bestreuen

die Zwiebel und Knoblauchzehe klein schneiden und in etwas Öl anbraten; die Brennnesseln un den Bärlauch waschen, in grobe Stücke schneiden und mitbraten; das ganze würzen und etwas abkühlen lassen; dann den Feta in kleinen Würfeln dazu geben und ein Ei unterrühren; das andere Ei trennen; den Blätterteig ausrollen und in 8 Rechtecke schneiden; jeweils etwas Masse darauf geben, den Rand mit Eiweiß bestreichen und zuklappen; die Enden mit den Zinken einer Gabel zudrücken und die Taschen mit Eigelb bestreichen; mit Schwarzkümmelsamen oder Sesam bestreuen; im auf 190 Grad vorgeheizten Ofen ca. 20 Minuten backen; heiß aus dem Ofen oder auch kalt genießen …

Auch lecker mit Brennnesseln:

Bärlauch-Pesto

Wer Knoblauchgeschmack liebt, für den ist ein Bärlauchpesto ein absoluter Genuss! Ich habe zwei Rezepte vom bekannten Portal www.chefkoch.de ausprobiert und nur leicht abgewandelt, beide sind sehr lecker geworden … mehr über Bärlauch findest du in diesem Beitrag.

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Variante 1:

Zutaten für etwa 3 kleine Gläser Bärlauch-Pesto:

  • 130g Bärlauch
  • 75g Pinien- und Kürbiskerne
  • 50g Parmesan
  • 2 Knoblauchzehen
  • 200ml Öl
  • Pfeffer, etwas Salz

Variante 2:

Zutaten für etwa 2 kleine Gläser Bärlauch-Walnuss-Pesto:

  • 80g Bärlauch
  • 70g Walnüsse
  • 70g Parmesan
  • 150ml Walnussöl
  • Pfeffer, etwas Salz

Zubereitung:

Bärlauch waschen, trocken tupfen oder in der Salatschleuder trocken schleudern und in grobe Stücke schneiden; die Nüsse/Kerne in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett anrösten; Parmesan in kleine Stücke schneiden; alles nach und nach glatt mixen; direkt genießen … oder in saubere Schraubgläser abfüllen, die Oberfläche mit etwas Öl bedecken und gut verschlossen am besten im Kühlschrank aufbewahren; das Pesto hält sich maximal etwa ein Jahr