Kräuterzupfbrot – die perfekte Grillbeilage

Zutaten für eine Kastenform 25x10x7,5cm (LxBxH) oder eine Springform Ø 20cm:

  • 360g Mehl
  • ½ Würfel frische Hefe
  • ½ TL Zucker
  • 180ml Wasser
  • 1 TL Salz
  • 100g Kräuterbutter

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mit allen Zutaten bis auf die Kräuterbutter einen Hefeteig kneten; abgedeckt etwa eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen; dann den Teig rechteckig ausrollen und mit Kräuterbutter bestreichen;

für die Kastenform: Rechtecke etwa in der Höhe und Breite der Kastenform schneiden; die Kastenform hochkant nehmen und die Rechtecke nacheinander locker in die Form legen

für eine runde Form: Rechtecke von etwa 4x8cm schneiden; den ersten Streifen zu einer Schnecke einrollen und in die Mitte einer mit Backpapier ausgelegten Form setzen; den nächsten Streifen drum herum legen; so mit allen Streifen weiter verfahren, sodass ein rundes Zupfbrot entsteht;

in der Form nochmals 30 Minuten gehen lassen; dann im auf 190 Grad vorgeheizten Ofen 35-40 Minuten goldbraun backen

Giersch / Gemüsegratin

Der Giersch (lat. Aegopodium podagraria) macht sich gerne mal im gepflegten Garten breit und sorgt beim Gärtner für Missmut. Dabei kann man aus dieser Pflanze so leckeres, gesundes Essen machen – also warum nicht dem Giersch etwas Raum geben und jederzeit frisches Grün ernten? Der Giersch hat dreizählige, leicht gezackte Blätter und einen dreikantigen, hohlen Stiel. Er blüht ab ca. Juni als weiße Dolde und bildet dann im Herbst abgeflachte Samen aus.

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Dem Giersch wird eine positive Wirkung gegen Gicht und Rheuma sowie für den Stoffwechsel zugeschrieben. Geschmacklich erinnert er an Petersilie und Möhrengrün. Die ganze oberirdische Pflanze kann man essen, die Wurzel ist dagegen leicht giftig. Sowohl roh im Salat und gekocht als Gemüse als auch getrocknet als Tee sind die Blätter zu verwenden. Am besten schmecken die jungen Blätter, die Älteren sollten besser gekocht als roh gegessen werden. Heute habe ich ein Gratin gemacht und die Giersch-Blätter mit dem anderen Gemüse aufgeschichtet und gebacken.

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Zutaten für 2 Portionen Gemüsegratin:

  • 2 größere Kartoffeln
  • 2 dicke Möhren
  • 4 große Champignons
  • ca. 30g Giersch
  • 100ml Sahne
  • 150ml Gemüsebrühe
  • 1 Knoblauchzehe oder etwas Bärlauch
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 80g geriebenen Parmesan
  • Butter zum Form fetten

eine flache Form mit Butter fetten; Kartoffeln und Möhren schälen und in feine Scheiben hobeln/schneiden; Champignons in feine Scheiben schneiden; Gemüse abwechselnd mit den Gierschblättern in der Form aufschichten; Sahne und Gemüsebrühe vermischen, Knoblauch hineinpressen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen; die Masse über das Gemüse geben, sodass es zu 2/3 bedeckt ist, und Parmesan darüber hobeln; im auf 190 Grad vorgeheizten Ofen insgesamt 45 Minuten backen; nach 30 Minuten mit Alu-Folie abdecken, damit das Gratin nicht zu dunkel wird; pur genießen, mit gekochten Eier oder Fisch …

Auch lecker mit Giersch:

Gundermann / Kräuter-Omelette

Der Gundermann (lat. Glechoma hederacea) schleicht oft als Bodendecker relativ unbemerkt auf der Wiese oder an Mauern entlang. Mit den schönen blauen Blüten braucht er sich aber eigentlich nicht zu verstecken. Neben den lippenförmigen Blüten dienen die rundlichen, gewellten Blättern als Erkennungsmerkmal. Die Blätter haben aufgrund der vielen enthaltenen ätherischen Öle einen würzigen Geschmack und runden Gerichte vor allem in Kombination mit anderen Wiesenkräutern ab, zum Beispiel im Kräuterquark. Die Blüten sind richtig süss und können aufs Dessert gestreut werden.

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… zwischen allerhand Grünzeug spitzen die blauen Blüten und rundlichen Blätter heraus …

Auch aus Gundermann lässt sich Tee zubereiten. Dieser soll bei langwieriger Erkältung sowie Problemen mit Blase und Nieren helfen. Auch bei Entzündungen im Mund kann dieser Tee heilsam sein. Bekannt ist zudem ein Öl mit Gundermann, das bei schlecht heilenden, eiternden Wunden helfen soll. Diese Wirkung steckt bereits im Namensursprung, denn „Gund“ bedeutet so viel wie „Eiter“. Viele weitere Infos zum Gundermann habe ich hier gefunden.

Gundermann kann wie die meisten Wiesenkräuter das ganze Frühjahr und Sommer geerntet werden, natürlich nur an geschützten Stellen, nicht direkt am Straßenrand. Hier habe ich einige Blätter in ein einfaches, aber sehr leckeres Omelette gegeben.

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Zutaten für ein Kräuter-Omelette:

  • 15g gemischte Wiesen- und Gartenkräuter, bei mir waren es dies mal Blätter von Gundermann, Löwenzahn und Brennnessel
  • 2 Eier
  • 50ml Milch
  • 15g Mehl
  • Salz, Pfeffer
  • Butter, Öl

Die Kräuter durchsehen und grob hacken; die Eier mit Milch, Mehl und Gewürzen verquirlen; Öl und etwas Butter in einer beschichteten Pfanne auf mittlere Hitze bringen und die Eimasse hineingießen; die Kräuter darauf verteilen; mit Deckel ca. 8 Minuten langsam backen bis es stockt; wenden und noch mal etwa 3 Minuten von der anderen Seite braten; mit Brot oder Salat genießen …

Außerhalb der Kräuterzeit kann man auch fein geschnittene Frühlingszwiebeln, frische Champignons oder Tomatenstückchen ohne die wässrigen Kerne zum Omelette geben. Käse drüber kommt auch immer gut!

Löwenzahn / Kräutercremesuppe

Löwenzahn – da brauch ich wohl keinerlei Beschreibung der Pflanze, den kennt jeder! Vom Löwenzahn (lat. Taraxacum officinale) kann die ganze Pflanze verwendet werden, die frisch gesprossenen kleinen Blätter im Frühling schmecken jedoch am besten. Er hat positive Wirkungen auf Niere, Leber und Galle, denn er entwässert und hilft beim Abführen. Deshalb ist ein Tee aus Löwenzahnblättern prima beim Fasten. Aber auch bei schmerzenden Gelenken soll der Löwenzahn heilsam sein.

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Die gelben Strahleblüten sind einfach schön! Im Hintergrund steht die ebenfalls sehr schöne und als zum Beispiel als Tee leckere Purpurrote Taubnessel.

Die Wurzeln des Löwenzahns sind im Herbst weniger bitter, der Rest der Pflanze sollte am besten im Frühjahr geerntet werden. Schnippelboy hat mir den Tipp gegen die Bitterkeit gegeben, die Blätter kurz in kaltes Salzwasser zu legen. Die Blättern kann man in einen Eintopf oder einen Wiesenkräutersalat geben. Oder man macht eine herrlich grüne Cremesuppe daraus …

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Zutaten pro Portion Suppe:

  • 20g Brennnesselspitzen
  • 10g Löwenzahnblätter
  • 10g Bärlauch
  • 1 große Möhre
  • 1 Zwiebel
  • Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 50ml Milch, Sahne oder vegane Hafer Creme Cuisine
  • Gänseblümchen und gehackte Kräuter zum Bestreuen

die Möhre und Zwiebel fein schneiden und in etwas Öl anbraten; die Wiesenkräuter durchsehen und nach 5 Minuten mit in die Pfanne geben; mit Gemüsebrühe ablöschen, würzen und etwa 15 Minuten köcheln lassen; die Suppe pürieren, Sahne zugeben und noch mal abschmecken; bestreut mit ein paar Blüten genießen …

Auch lecker: eine Pizza statt mit Rucola mit Löwenzahn belegen.

Weitere Infos, z.B. für Löwenzahn-Honig aus Blüten, gibt es bei www.kostbarenatur.net.