Focaccia mit Frühlingskräutern

Zutaten für ein Focaccia mit Frühlingskräutern:

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Zum Focaccia passt perfekt ein Salat mit Bärlauchblüten.

Die Kräuter waschen, durchsehen und in Streifen schneiden; die anderen Zutaten zu einem weichen Teig mit den Knethaken verkneten, dann die Kräuter unterheben; zugedeckt an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen; den Ofen auf 190 Grad vorheizen; dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben, ungefähr zu einem Rechteck formen und etwa 30 Minuten backen

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Oben auf dem Teig habe ich vor dem Backen noch ein paar Bärlauchknospen verteilt.

Giersch / Gemüsegratin

Der Giersch (lat. Aegopodium podagraria) macht sich gerne mal im gepflegten Garten breit und sorgt beim Gärtner für Missmut. Dabei kann man aus dieser Pflanze so leckeres, gesundes Essen machen – also warum nicht dem Giersch etwas Raum geben und jederzeit frisches Grün ernten? Der Giersch hat dreizählige, leicht gezackte Blätter und einen dreikantigen, hohlen Stiel. Er blüht ab ca. Juni als weiße Dolde und bildet dann im Herbst abgeflachte Samen aus.

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Dem Giersch wird eine positive Wirkung gegen Gicht und Rheuma sowie für den Stoffwechsel zugeschrieben. Geschmacklich erinnert er an Petersilie und Möhrengrün. Die ganze oberirdische Pflanze kann man essen, die Wurzel ist dagegen leicht giftig. Sowohl roh im Salat und gekocht als Gemüse als auch getrocknet als Tee sind die Blätter zu verwenden. Am besten schmecken die jungen Blätter, die Älteren sollten besser gekocht als roh gegessen werden. Heute habe ich ein Gratin gemacht und die Giersch-Blätter mit dem anderen Gemüse aufgeschichtet und gebacken.

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Zutaten für 2 Portionen Gemüsegratin:

  • 2 größere Kartoffeln
  • 2 dicke Möhren
  • 4 große Champignons
  • ca. 30g Giersch
  • 100ml Sahne
  • 150ml Gemüsebrühe
  • 1 Knoblauchzehe oder etwas Bärlauch
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 80g geriebenen Parmesan
  • Butter zum Form fetten

eine flache Form mit Butter fetten; Kartoffeln und Möhren schälen und in feine Scheiben hobeln/schneiden; Champignons in feine Scheiben schneiden; Gemüse abwechselnd mit den Gierschblättern in der Form aufschichten; Sahne und Gemüsebrühe vermischen, Knoblauch hineinpressen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen; die Masse über das Gemüse geben, sodass es zu 2/3 bedeckt ist, und Parmesan darüber hobeln; im auf 190 Grad vorgeheizten Ofen insgesamt 45 Minuten backen; nach 30 Minuten mit Alu-Folie abdecken, damit das Gratin nicht zu dunkel wird; pur genießen, mit gekochten Eier oder Fisch …

Auch lecker mit Giersch:

Brennnessel / Kräuter-Blätterteig-Taschen

Die meiner Meinung nach zu Unrecht als „Unkraut“ verschriene Brennnessel (lat. Urtica dioica) lässt sich in vielen Gerichten wunderbar einsetzen. Wer vor den brennenden Härchen zurückscheut, zieht einfach ein paar Gartenhandschuhe beim Pflücken an. Im Internet findet man auch Techniken für schmerzfreies Ernten, aber hundertprozentig funktioniert das zumindest bei mir alles nicht. Durch das Waschen verschwinden die Brennhaare dann.

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Sowohl die Große Brennnessel als auch die Kleine Brennnessel haben vor allem entwässernde Wirkung und helfen bei Erkrankungen der Harnwege wie zum Beispiel Blasenentzündung gut. Auch blutreinigend sollen sie sein und gegen Gicht und Rheuma helfen. Ich mag vor allem den Tee aus getrockneten Brennnesselspitzen und trinke ihn auch ohne Beschwerden gerne! Ich zerkleinere die frischen Spitzen nicht vor dem Trocknen, aber wenn dir das zu unhandlich ist, kannst du sie auch in feine Streifen schneiden. Alternativ können die getrockneten Blätter vor dem Abfüllen zerbröselt werden.

Übrigens, die weiße und die purpurrote Taubnessel sowie die Goldnessel sind genauso essbar wie die Brennnesseln. Ihre Blüten schmecken süßlich und passen deshalb auch toll zu Süßspeisen. Ein Tee daraus ist nicht zuletzt wegen dieser Süße eine feine Sache. Anders als die Brennnesseln haben sie keine Brennhaare.

Ansonsten kann die Brennnessel wie frischer Blattspinat oder Mangold verwendet werden. So habe ich zum Beispiel in diesem Rezept für Blätterteigtaschen den Blattspinat durch Brennnesselspitzen ersetzt. Ich ernte immer nur den oberen Teil der Brennnessel und nehme mir auch bei dieser weit verbreiteten Pflanze an einer Stelle maximal ein Drittel weg. Die Blätter können im Frühjahr und Sommer gesammelt werden. Etwa ab September tragen die Brennnesseln Samen, die man ebenfalls essen kann.

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Zutaten für 8 Blätterteigtaschen:

  • 1 Rolle Blätterteig
  • 100g Brennnesselspitzen
  • 30g Bärlauchblätter
  • 1 Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 100g Feta
  • 5-6 getrocknete Tomaten in Öl
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer
  • Schwarzkümmelsamen oder Sesam zum Bestreuen

die Zwiebel und Knoblauchzehe klein schneiden und in etwas Öl anbraten; die Brennnesseln un den Bärlauch waschen, in grobe Stücke schneiden und mitbraten; das ganze würzen und etwas abkühlen lassen; dann den Feta in kleinen Würfeln dazu geben und ein Ei unterrühren; das andere Ei trennen; den Blätterteig ausrollen und in 8 Rechtecke schneiden; jeweils etwas Masse darauf geben, den Rand mit Eiweiß bestreichen und zuklappen; die Enden mit den Zinken einer Gabel zudrücken und die Taschen mit Eigelb bestreichen; mit Schwarzkümmelsamen oder Sesam bestreuen; im auf 190 Grad vorgeheizten Ofen ca. 20 Minuten backen; heiß aus dem Ofen oder auch kalt genießen …

Auch lecker mit Brennnesseln:

Gundermann / Kräuter-Omelette

Der Gundermann (lat. Glechoma hederacea) schleicht oft als Bodendecker relativ unbemerkt auf der Wiese oder an Mauern entlang. Mit den schönen blauen Blüten braucht er sich aber eigentlich nicht zu verstecken. Neben den lippenförmigen Blüten dienen die rundlichen, gewellten Blättern als Erkennungsmerkmal. Die Blätter haben aufgrund der vielen enthaltenen ätherischen Öle einen würzigen Geschmack und runden Gerichte vor allem in Kombination mit anderen Wiesenkräutern ab, zum Beispiel im Kräuterquark. Die Blüten sind richtig süss und können aufs Dessert gestreut werden.

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… zwischen allerhand Grünzeug spitzen die blauen Blüten und rundlichen Blätter heraus …

Auch aus Gundermann lässt sich Tee zubereiten. Dieser soll bei langwieriger Erkältung sowie Problemen mit Blase und Nieren helfen. Auch bei Entzündungen im Mund kann dieser Tee heilsam sein. Bekannt ist zudem ein Öl mit Gundermann, das bei schlecht heilenden, eiternden Wunden helfen soll. Diese Wirkung steckt bereits im Namensursprung, denn „Gund“ bedeutet so viel wie „Eiter“. Viele weitere Infos zum Gundermann habe ich hier gefunden.

Gundermann kann wie die meisten Wiesenkräuter das ganze Frühjahr und Sommer geerntet werden, natürlich nur an geschützten Stellen, nicht direkt am Straßenrand. Hier habe ich einige Blätter in ein einfaches, aber sehr leckeres Omelette gegeben.

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Zutaten für ein Kräuter-Omelette:

  • 15g gemischte Wiesen- und Gartenkräuter, bei mir waren es dies mal Blätter von Gundermann, Löwenzahn und Brennnessel
  • 2 Eier
  • 50ml Milch
  • 15g Mehl
  • Salz, Pfeffer
  • Butter, Öl

Die Kräuter durchsehen und grob hacken; die Eier mit Milch, Mehl und Gewürzen verquirlen; Öl und etwas Butter in einer beschichteten Pfanne auf mittlere Hitze bringen und die Eimasse hineingießen; die Kräuter darauf verteilen; mit Deckel ca. 8 Minuten langsam backen bis es stockt; wenden und noch mal etwa 3 Minuten von der anderen Seite braten; mit Brot oder Salat genießen …

Außerhalb der Kräuterzeit kann man auch fein geschnittene Frühlingszwiebeln, frische Champignons oder Tomatenstückchen ohne die wässrigen Kerne zum Omelette geben. Käse drüber kommt auch immer gut!