Kräuter-Kaiserschmarrn mit Salsa

Kaiserschmarrn muss nicht immer süß sein. Diese herzhafte Variante ist gewohnt fluffig und zart, aber mit Kräutern herzhaft abgeschmeckt. Ich habe verschiedene Wildkräuter verwendet: Brennnesselspitzen samt Samen und junger Giersch können den ganzen Sommer über gepflückt werden. Ein paar Blätter von Kapuzinerkresse und Basilikum aus meinen Töpfen habe ich auch noch dazugegeben. Aber auch mit Schnittlauch und Petersilie oder einer geraspelten Möhre schmeckt der Kaiserschmarrn toll.

Dazu passt wunderbar eine süß-scharfe Salsa aus Paprika und Tomaten. Die braucht zwar ihre Zeit auf der Herdplatte, aber das intensive fruchtige Aroma ist es wirklich wert.

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Zutaten für 2 Portionen Kaiserschmarrn:

  • 2 Eier
  • 180ml (Hafer-)Milch
  • 125g Mehl
  • 1 Msp. Backpulver
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • 1 rote Zwiebel
  • 40g gemischte Kräuter, bei mir Giersch, Brennnesseln, Kapuzinerkresse, Petersilie, Basilikum
  • Öl zum Braten

Die Eier trennen; Eigelb, Milch, Mehl, Backpulver und Gewürze miteinander glatt rühren und 10 Minuten quellen lassen; derweil die Zwiebel und die Kräuter fein schneiden; das Eiweiß steif schlagen und unter den Teig heben;

Für die 1. Portion Kaiserschmarrn die Hälfte der Zwiebeln in einer Pfanne mit etwas Öl bei mittlerer Hitze anbraten; ein Viertel der Kräuter dazugeben und bei Bedarf noch mal Öl nachgeben; die Hälfte des Teiges über die Kräuter in die Pfanne gießen und langsam braten; ein weiteres Viertel der Kräuter auf dem Teig verteilen; wenn der Teig von unten braun ist, in 4 Teile teilen und dann ganz einfach wenden; wenn auch die andere Seite braun ist, in mundgerechte Stücke zupfen und fertig braten; für die 2. Portion genauso vorgehen; mit Salat oder einem Salsa genießen …

Zutaten für die Salsa (2 kleine Portionen oder 1 Große):

  • 1 Paprika
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Zucker
  • 2 große Strauchtomaten
  • Saft von 1/3 Zitrone
  • Salz, Pfeffer, Chili
  • Öl zum Anbraten

Die Paprika fein würfeln, Zwiebel fein hacken; in etwas Öl in einem Topf anbraten, dann Knoblauch hinzupressen; den Zucker darüber geben und kurz angehen lassen; die Tomaten ebenfalls in kleine Würfel schneiden und in den Topf dazu geben; mit Zitronensaft und Gewürzen würzen; 45-55 Minuten bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen bis eine sämige Salsa entstanden ist

Focaccia mit Frühlingskräutern

Zutaten für ein Focaccia mit Frühlingskräutern:

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Zum Focaccia passt perfekt ein Salat mit Bärlauchblüten.

Die Kräuter waschen, durchsehen und in Streifen schneiden; die anderen Zutaten zu einem weichen Teig mit den Knethaken verkneten, dann die Kräuter unterheben; zugedeckt an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen; den Ofen auf 190 Grad vorheizen; dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben, ungefähr zu einem Rechteck formen und etwa 30 Minuten backen

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Oben auf dem Teig habe ich vor dem Backen noch ein paar Bärlauchknospen verteilt.

Giersch / Gemüsegratin

Der Giersch (lat. Aegopodium podagraria) macht sich gerne mal im gepflegten Garten breit und sorgt beim Gärtner für Missmut. Dabei kann man aus dieser Pflanze so leckeres, gesundes Essen machen – also warum nicht dem Giersch etwas Raum geben und jederzeit frisches Grün ernten? Der Giersch hat dreizählige, leicht gezackte Blätter und einen dreikantigen, hohlen Stiel. Er blüht ab ca. Juni als weiße Dolde und bildet dann im Herbst abgeflachte Samen aus.

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Dem Giersch wird eine positive Wirkung gegen Gicht und Rheuma sowie für den Stoffwechsel zugeschrieben. Geschmacklich erinnert er an Petersilie und Möhrengrün. Die ganze oberirdische Pflanze kann man essen, die Wurzel ist dagegen leicht giftig. Sowohl roh im Salat und gekocht als Gemüse als auch getrocknet als Tee sind die Blätter zu verwenden. Am besten schmecken die jungen Blätter, die Älteren sollten besser gekocht als roh gegessen werden. Heute habe ich ein Gratin gemacht und die Giersch-Blätter mit dem anderen Gemüse aufgeschichtet und gebacken.

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Zutaten für 2 Portionen Gemüsegratin:

  • 2 größere Kartoffeln
  • 2 dicke Möhren
  • 4 große Champignons
  • ca. 30g Giersch
  • 100ml Sahne
  • 150ml Gemüsebrühe
  • 1 Knoblauchzehe oder etwas Bärlauch
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 80g geriebenen Parmesan
  • Butter zum Form fetten

eine flache Form mit Butter fetten; Kartoffeln und Möhren schälen und in feine Scheiben hobeln/schneiden; Champignons in feine Scheiben schneiden; Gemüse abwechselnd mit den Gierschblättern in der Form aufschichten; Sahne und Gemüsebrühe vermischen, Knoblauch hineinpressen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen; die Masse über das Gemüse geben, sodass es zu 2/3 bedeckt ist, und Parmesan darüber hobeln; im auf 190 Grad vorgeheizten Ofen insgesamt 45 Minuten backen; nach 30 Minuten mit Alu-Folie abdecken, damit das Gratin nicht zu dunkel wird; pur genießen, mit gekochten Eier oder Fisch …

Auch lecker mit Giersch:

Bärlauch / Bärlauchkapern

Mit Bärlauch habe ich ja schon einige Rezepte hier gebloggt. Das Bärlauch-Pesto und die grünen Pfannkuchen habe ich mit den ersten Blättern im März zubereitet, nun trägt der Bärlauch Knospen und an wärmeren Standorten schon Blüten. Der Bärlauch (Allium ursinum) kann das ganze Frühjahr über geerntet werden. Anders als ich es ab und an höre wird er nicht giftig, sobald er blüht. Ihm wird eine reinigende und stärkende Wirkung auf den Körper nachgesagt.

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… so schön blüht der Bärlauch je nach Standort ab Ende April …

Das stärkste Aroma nach würzigem Knoblauch hat er roh verarbeitet, gekocht wird der Geschmack deutlich milder. Dieses Aroma ist übrigens auch das beste Merkmal beim Sammeln, um ihn nicht mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen zu verwechseln. Der Bärlauch mag schattige, eher feuchte Plätze. Wenn er sich wohl fühlt, breitet er sich gern zu ganzen Teppichen aus. Die Pflanze Trocknen wie andere Wildkräuter klappt leider nicht, aber es gibt andere Wege, ihn haltbar zu machen. So kann man die Knospen einlegen wie Kapern.

Zutaten für 2 Gläschen (125ml):

  • 2 Hände voll Bärlauchknospen
  • 140ml Kräuteressig
  • 20g Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • 12 schwarze Pfefferkörner

Die Gläser heiß ausspülen; mit Bärlauchknospen randvoll machen, ein paar Pfefferkörner daraufgeben; Essig mit Zucker und Salz aufkochen lassen und durchrühren; heiß die Gläser mit diesem Sud auffüllen und sofort verschließen; 2 Wochen stehen lassen und dann zum Vesper oder im Salat genießen …

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Der Bärlauch trägt nach der Blüte Samen, die wie grüner Pfeffer verwendet und ebenfalls eingelegt werden können. Weitere Infos zum Bärlauch gibt es zum Beispiel hier.

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Anfang Juni trägt der Bärlauch grüne Samen, die ein sehr intensives Knoblaucharoma haben.

Auch lecker mit Bärlauch: